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Käthe Borscz - die Biografie

 

Gott führt auch durch Umzüge:

Seit Mitte 2010 lebe ich jetzt in Köln. Es ist mein 18 Umzug gewesen, zum Teil auch mit Ortswechsel verbunden. Beim ersten war ich 16 Jahre alt (geboren bin ich 1922). Wir hatten eine Wohnung in einem schönen Haus mit einem wundervollen parkähnlichen Garten in Hindenburg, Oberschlesien. Es fiel mir schwer, mich vom Garten zu trennen; wichtiger war aber, dass unsere Familie zusammen blieb.

Anders war es 1946. Meine Schwester Dore wollte mit ihrem Freund mit einem Vertriebenentransport in den Westen fahren. Da unsere Mutter sie nicht allein gehen ließ, schloss ich mich den beiden an. Einen Monat verbrachten wir in fünf verschiedenen Lagern, davon eine Woche in einem polnischen Lager: Wir Flüchtlicnge wohnten in der leeren Turnhalle einer Schule, bzw. im Treppenhaus bzw. auf dem Schulhof. Erwachsene bekamen nichts zu esssen, Kinder bis zu zwei Jahren bekamen Wasserhaferschleim. Unsere Mutter hatte uns Brot mitgegeben. Das habe ich für uns eingeteilt. Wir hatten großen Hunger. - Wir freuten uns, als wir in das erste Lager in Ostdeutschland kamen: da gab es die erste warme Mahlzeit. Schließlich kamen wir in Lembeck an. Das war Dores und mein erstees Zuhause im Westen. Unser Zimmer  war ein Durchgangskellerraum mit sieben Türen, u.a. auch zur Toilette. Wir hatten aber ein Bett und wenigstens in der Nacht einen Raum für uns. Später bekamen wir ein schönes Zimmer beim Arzt des Dorfes.

Auf einer Bahnfahrt wurde mir ganz klar, dass Gott mich in einen Orden rief. Ich sang, tanzte und sprang vor Freude auf dem Heimweg ins Dorf (etwa eine halbe Stunde, ich war allein).

In welchen Orden sollte ich eintreten? Ich "bewarb" mich bei den Ursulinen und den Franziskanerinnen. Bei letzteren habe ich etwa ein Jahr in einem Krankenhaus gearbeitet (Umzug!). "Meine Gesundheit würde den Anforderungen nicht gewachsen sein", war die Anwort auf meine Anfrage. - Ich wechselte meinen Aufenthalt und meine Arbeit und kam nach Oberhausen in ein Altenheim, das den Dominikanerinnen gehörte. Hier hörte ich von der im gleichen Jahr (1949) gegründeten Schwesternschaft St. Bonifatius, deren Geist mich ansprach. Die Antwort auf meine Anfrage lautete: "Ja, komm und sieh!" Ein neuer, sehr froher Umzug, konnte ich doch endlich Gott in einer religiösen Gemeinschaft dienen und beten. Nach einem halben Jahr sagte mir P. Cyprian Mayer, dass meine Gesundheit für die Arbeit in einer Neugründung zu schwach sei. Für mich brach eine Welt zusammen. Es folgte der schwerste Umzug meines Lebens. Gott mag mich nicht mehr!!?

Ich betete weiter, doch wie in einem leeren Raum. - Als vorläufige Tätigkeit bot sich mir die Stelle einer Stationshilfe in einem Mönchengladbacher Krankenhaus an. - Ich meldete mich dann in der Familienpflegeschule in Bochum - Dahlhausen an. Während meiner Ausbildungszeit zog die Schule nach Bad Pyrmont um. Wieder ein Umzug!

Nach dem Examen: Umzug nach Siegen als Famileinpflegerin. Hier erzählte mir Hildegard S. am Heiligen Abend 1953 von unserer Gemeinschaft. Die Arbeitszeit der Familienpflegerinnen war damals sehr unregelmäßig mit vielen Überstunden, somit war die Zeit für das Gebet und die Zusammenkünfte der Schwestern nicht gewährleistet. M. H. schlug mir vor, in das von unseren Schwestern geleitete Mädchenwohnheim in Göppingen umzuziehen und so auch meine Arbeit zu wechseln. - Nach drei Jahren kam der nächste Umzug und zwar in eine ehemalige Mühle mit Vieh und Landwirtschaft, die zu einem Kinderheim umgebaut wurde. Als ich umzog, war der Umbau noch voll im Gange. Aber die Kapelle war fertig; wir konnten vom Esszimmer direkt in die Kapelle gehen! Leider hat sich das Heim finanziell nicht getragen und wurde 1962 der Caritas übergeben. Diese hat das Heim zu einem schönen Bildungshaus umgebaut. Für mich hieß es wieder: umziehen.

Nach einem schönen Urlaub ging es im November 1962 ins Liobaheim, einem  Mädchenwohnheim in Neuss. Bald musste die Strasse, an der das Haus stand, verbreitert und das Haus abgerissen werden. Anna W. inszenierte für den Kapellenumzug eine kleine Prozession; sie ging mit dem Kreuz voran, es folgten Schwestern mit Kerzen und Leuchtern, Messbüchern und Messgewändern. Wir gingen in die Kapelle des neu erbauten Altenheimes St. Lioba. Was die vorübergehenden Spaziergänger sich wohl gedacht haben?

 

Aber auch dieses Haus musste später der Caritas übergeben werden. - Und ich zog in das "Haus der Stille" in Dortmund. Hier durfte ich 23 Jahre beten, arbeiten und feiern.

Ja, und nun bin ich in Köln und fühle mich wohl und danke Gott für mein umzugsreiches Leben, denn ich durfte erfahren, dass Jesus jedes Mal mitumgezogen ist und mich in jedem neuen Zuhause empfängt. Dies wurde mir aber erst allmählich klar.

 

 


Käthe Wynands - die Biografie

 

  Am 12.02.1936 wurde ich als viertes von sechs Kindern einer Bauernfamilie in Waldenrath geboren. Nach meiner Schulentlassung aus der Volksschule musste ich mit vierzehn Jahren sofort zu meinem Großonkel nach Linnich ins Pfarrhaus, weil dessen Haushälterin mit 82 Jahren plötzlich verstorben war. Onkel Pastor war ein froher und frommer Priester. Ich war Mädchen für alles; nebenbei besuchte ich die Landwirtschaftliche Berufsschule. Mein Onkel wollte, dass ich wöchentlich am Jugend-Abend teilnahm mit Theaterspiel und Volkstänzen. - Der Bischof hatte ihn gebeten, noch möglichst lange im Dienst zu bleiben; so hielt er durch, bis Gott ihn mit 88 Jahren zu sich rief.

Von Kindheit an war mein Wunsch, Ordensschwester zu werden. Mit 22 Jahren erfuhr ich durch eine Haushälterin im Nachbarort von unserer Ordensgemeinschaft. Da ging für mich der Himmel auf. Ich blieb noch bei meinem Onkel Pastor bis zu dessen Tod. Dann kam ich nach Aachen in das dortige gemeinsame Haus unseres Ordens. Es war das Marienwerk, eine Schule für verhaltensgestörte Kinder, eine Kindertagesstätte und ein Damenstift. Vierzehn Schwestern wohnten dort. – Ein Jahr später durfte ich in Paderborn die Frauenfachschule im Meinwerk-Institut besuchen und die Prüfung als Wirtschafterin, später noch die Prüfung als Hauswirtschafts-Meisterin ablegen. Ich war 22 Jahre in Aachen; dann mussten wir die Schule aufgeben, weil unser Nachwuchs fehlte. Unser Bischof aus Aachen hat die Schule gefördert, heute ist sie Bischöfliche Marienschule.

Ich kam in unser Haus nach Hennef. Hier trafen sich die Schwestern unserer Réunion; hier war Ruth Pfau zu Hause und traf sich mit dem Freundeskreis Karachi, wenn sie nach Deutschland kam; Kinder aus der Nachbarschaft wurden betreut; für viele wurde es eine Zufluchtsstätte. – In der Zeit kam ein Hilferuf aus Ungarn: Unsere Schwester Gizella in Pilisvörösvár bekam dreimal einen Schlaganfall. Ich durfte sie pflegen. Als es ihr zwischendurch besser ging, konnte ich nach Hennef zurück. - Unsere älteren Schwestern dort versorgten wir so lange, wie möglich, dann musste unsere Gemeinschaft auch dieses Haus aufgeben.

Wohin jetzt? Durch meine Cousine in Kraudorf bei Geilenkirchen erfuhr ich, dass dort das leer stehende Pfarrhaus zu vermieten sei. Nach Rücksprache mit unseren Oberen zog ich mit meinem kranken Bruder dort ein (mit Möbeln aus dem Hennefer Haus).Es warteten wieder viele Aufgaben: eine Nachbarin war ein schwerer Pflegefall; der Pastor übertrug mir den Firm-Unterricht mit 15 jungen Leuten; in diesem Jahr schon zum vierten Mal; Kinderbetreuung; Kommunion-Katechesen, wenn der Pfarrer verhindert ist; Krankenbesuche; Pflege nach einem Krankenhausaufenthalt; zwei Polinnen, die für sechs Wochen Arbeit suchten, konnte ich in Hauhalte vermitteln, wo Hilfe nötig war; Telefon-Seelsorge; Fahrdienst zu Gottesdiensten in Nachbardörfer. Immer wieder gibt es neue Notlagen – es ist so wunderbar, wenn wir helfen können.



 Katharina K.- die Biografie

 

Am 28.06.1926 wurde ich in Forst (Ostdeutschland) geboren. Ich besuchte die katholische Volksschule, die Haushaltsschule und lernte dann den Beruf der Schneiderin.

Während der Vorbereitung auf die erste heilige Kommunion kam der Wunsch, einmal in einen Orden einzutreten. Ich ging fast jeden Tag zur Hl. Messe. In der Jugendarbeit machte ich gerne mit und übernahm Verantwortung als Gruppenführerin und bei Gottesdienstvorbereitungen.

Im Mai 1944 wurde ich zum Arbeitsdienst eingezogen und landete als Helferin bei der Luftabwehr. Gegen Ende des Krieges kamen wir nach Norddeutschland und wurden zur Hilfe bei kinderreichen Familien eingesetzt. Bei Luftangriffen half mir der Rosenkranz, ruhig zu bleiben. Die Kinder suchten bei mir Schutz, während die Erwachsenen sich vor Angst auf die Erde warfen. Die Gottesmutter wurde mir in dieser Zeit immer vertrauter. Als der Krieg zu Ende war, konnte ich bei der Familie, bei der ich geholfen hatte, bleiben. Im November 1945 bekam ich die erste Nachricht, dass meine Eltern lebten. Zu Ostern konnte ich endlich nach Hause fahren.

Dort war ich gleich wieder in der Jugendarbeit tätig. Auch in der Pfarrgemeinde war Hilfe nötig, da viele Flüchtlinge aus dem Osten zu uns kamen. Unser Pfarrer borgte mir Bücher der hl. Teresa von Avila, da er von meinem Wunsch in einen Orden einzutreten, wusste. In ein Kloster eizutreten war aber nicht möglich, da meine Eltern krank waren und meine Hilfe brauchten. So versuchte ich, allein ein Ordensleben zu führen.

Unser Pfarrer brauchte dringend Hilfe in der Seelsorge. Er fragte mich, ob ich meinen Beruf aufgeben und die Ausbildung als Seelsorgehelferin machen würde. Da es in Erfurt einen neuen berufsbegleitenden Ausbildungsweg gab, konnte ich zusagen.  So begann ich am 1. Mai 1950 meinen Dienst in der Pfarrei, Dienst für die Kirche unter einer kirchenfeindlichen Regierung. Es war die Zeit der DDR, Religionsunterricht durfte zwar sein, aber nur in kircheneigenen Räumen.

Religionsunterricht in der Stadt und auf sechs der vielen Außenstationen (anfangs per Fahrrad mit Hilfsmotor, genannt "Hühnerschreck", später mit Moped), Hausbesuche, Betreuung verschiedenster Gruppen und vor allem die Religiösen Kinderwochen gehörten zu meinen  Aufgaben. Diese waren besonders wichtig, da in diesen Tagen die Kinder einmal KIRCHE erlebten und sie lieben lernen konnten. Später kamen noch Küsterdienst und Rendantur dazu - und die Sorge um die Schola! Das ganze 36 Jahre lang...

Im Jahr 1955 kam in unsere Nachbarpfarrei eine neue Seelsorgehelferin, durch die ich unseren Orden kennen lernte. Nun konnte mein Wunsch in Erfüllung gehen; denn die Ordensregel erlaubt es, in der Familie zu bleiben und sich um kranke Angehörige zu kümmern. Leicht war das nicht, denn die Kontakte zu den MItschwestern sollten ja auch nicht zu kurz kommen. Unsere Gruppe traf sich regelmäßig alle vier Wochen in Guben. Während meiner Zeit als Oberin (ab 1983) waren dann auch noch kranke Mitschwestern zu besuchen; Leipzig und Chemnitz waren dabei noch "nahe" - für das Eichsfeld musste man zwei Tage einplanen.

Als ich 60 Jahre alt wurde, baten die Jesuiten unsere Gemeinschaft, das Seniorenheim in Berlin Biesdorf zu übernehmen. Ich arbeitete dort nur ehrenamtlich und konnte überall einspringen, wo es nötig war. - Im Zuge der Umstrukturierung nach der Wende wurde das Altenheim aufgegeben. Wir mussten uns ein neues Domizil suchen.

Unser Orden baute ganz in der Nähe ein neues Haus als Begegnungszentrum für unsere Schwestern hier im Osten Deutschlands. Es kommen auch Gäste, um hier stille Tage oder Urlaub zu machen. Manche kommen zum Glaubensgespräch oder bitten um Begleitung zur Taufvorbereitung. Ich habe guten Kontakt zur Gemeinde und arbeite weiter ehrenamtlich als Küsterin. Auf meinem Weg zur Kirche treffe ich die verschiedensten Menschen (mit und ohne Hund!), mit denen ich schnell ins Gescpräch komme. Viele wissen schon, wohin ich gehe, und stellen ganz konkrete Fragen. Einige wundern sich auch, wenn sie merken, was ich vor mich hinsinge: Kirchenlieder im Marschtempo -  das beschleunigt den Schritt!



 

 Johanna Zarth - die Biografie

Johanna ZarthIch bin 70 Jahre. Mein Wunsch, Ordensfrau zu werden, hat sich erst langsam
entwickelt. Den ersten Kontakt mit Ordensfrauen bekam ich während meiner
Ausbildungszeit als Kinderkrankenschwester. Und diese Zeit hatte wohl einen
großen Einfluss auf mein späteres Leben: In meinem Innersten wünschte ich
mir, nach Afrika zu gehen und dort die schwarzen Babys zu pflegen. Gleichzeitig
entstand die Sehnsucht in mir, auch mehr für Gott zu tun. Deshalb wechselte
ich in ein Krankenhaus mit Ordensschwestern. Und dort zeigte sich im Laufe
der Zeit, was Gott von mir wollte: ein Leben als Ordensfrau. Kurz vor meinem
Eintritt in ein Kloster lernte ich einen netten jungen Mann kennen. Es war eine
Prüfung für mich und ich merkte, dass ich nicht für die Ehe bestimmt war. Das
war für mich eine Bestätigung und eine Erleichterung: ich war auf dem richtigen
Weg. Es kam jedoch anders: Ich trat in eine Ordensgemeinschaft ein mit Klo-
sterleben und Ordenstracht. Es war für mich gar nicht so einfach, in so einer
Gemeinschaft mit Ordenskleid und Klausur zu leben. Ich bekam einige Schwie-
rigkeiten und so suchte ich einen anderen Weg: Ich verließ das Kloster und
schon nach 2 Monaten fand ich durch hilfreiche Hinweise die Gesellschaft vom
Herzen Mariä. Gott führte mich auf Umwegen dorthin, wo er mich haben wollte.
Dieser Umweg war für mein weiteres Ordensleben sehr hilfreich. Ich hatte dadurch u.a. sehr konkrete Vorstellungen erhalten,
wie mein Ordensleben aussehen sollte. Dies fand ich alles in der Gesellschaft vom Herzen Mariä.

Nach meiner Ausbildungszeit in der Gemeinschaft meldete ich mich freiwillig für die Mission in Afrika. Ich war am Ziel
meiner Träume!!! Aber es kam wieder alles ganz anders. Ich arbeitete in der Mütterberatung der Missionsstation in Kou-
dougou (Burkina Faso). Die Arbeit machte mir sehr viel Freude. Es war aber auch anstrengend: das heiß-schwüle Klima
setzte mir sehr zu, ebenso die Sprachschwierigkeiten. Nach 3  1/2 Jahren spürte ich, wie meine Kräfte nachließen. Ich war
einfach erschöpft und man riet mir, nach Europa zurückzugehen. Schweren Herzens musste ich nach so kurzer Zeit Afrika
wieder verlassen. Das setzte mir sehr zu. Mein Traum hatte sich zwar erfüllt, aber  eben nicht so, wie ich es mir vorgestellt
hatte.

In Deutschland erholte ich mich dann langsam wieder und nach zwei Jahren begann ich meine Tätigkeit in einem Altenheim
als Altenpflegerin. Das war auch eine schöne Zeit. Noch heute habe ich mit den Arbeitskolleginnen von damals regelmäßi-
gen Kontakt.
 

Nach meiner Berentung war ich nicht arbeitslos: anstelle der Pflege mache ich nun seelsorgliche Betreuung in einem
Seniorenzentrum in Dortmund. Außerdem helfe ich in der Obdachlosenarbeit in der Pfarrei mit. Und wenn Hilfe innerhalb
der Gemeinschaft notwendig ist, springe ich ein. Und natürlich genieße ich meine familiären Kontakte.


 

 

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Gesellschaft der Töchter vom Herzen Mariä | Subbelrather Straße 246 | 50825 Köln